Störungen durch LTE nicht ausgeschlossen – Allgemeine Umrüstung beginnt

Das mobile Funknetz für Hochgeschwindigkeitsinternet steckt noch in den Kinderschuhen, dies merken wir erstens an der noch unzureichend verbreiteten LTE Verfügbarkeit, den noch recht niedrigen Datendurchsatzraten, sowie den derzeit noch horrend hohen Monatspreisen.

Doch das ist nicht alles. LTE verursacht Probleme bei technischen Geräten, welche im gleichen Breitband-Funk-Bereich senden und empfangen. Davon betroffen, sind vor allem DVB-T Empfänger, drahtlose Mikrofone, Kabelfernsehanlagen aber auch Hörhilfen, Tourguide-Audio-Systeme und Konferenzanlagen. All jene genannten, funken im Bereich von 863 MHz bis 865 MHz und sind damit potenziell störungs gefährdet, wie Michael Silverberg von der Fachhochschule Köln berichtet.

Nach Silverberg sei es allerdings möglich, die störungs Problematik ein wenig in den Griff zu bekommen. Man sollte lediglich die Sendeleistung der Basisstation geringfügig reduzieren, sowie den Abstand zwischen einem LTE-Gerät zu einem anderen funkfähigen Gerät auf 3 Meter ausweiten.

Wo es auf den ländlichen Gebieten eher weniger zu größeren problematischen LTE Störungen kommen könnte, sind Bewohner einer Großstadt elementar von der Thematik betroffen. So könnte es z.B der Fall sein, dass wenn der Nachbar gerade mit seinem LTE Laptop auf dem Balkon sitzt – dieser seinen Nachbarn beim gemütlichen Fernseh schauen stören könnte, da durch LTE sogar das Kabelfernseh-Signal in mitleidenschaft gezogen werden könnte.

Die Universität Braunschweig hatte in deren Versuch die Uni mit LTE auszustatten drastische Probleme mit allen Funkmikrofonen. Zur Freude der Studenten, mussten an diesem Tag alle Vorlesungen ausfallen, da durch das Übersteuern jedes Mikrofons ein natürlicher Unterrichtsprozess nicht möglich und zumutbar gewesen ist.

Denkt man nicht nur an private Haushalte, so wird einem bewusst, dass auch Bundes- und Staatliche Institutionen von diesen Problemen betroffen sind. Um alle benötigten Abschirmungsmaßnahmen gegen LTE Störungen zu finanzieren, muss noch einmal einiges investiert werden.

Einige Bundesländer forderten bereits die nötigen Investitionen zur Abschirmung von Opern- , Konzert- und Kongresshäusern. Nach ersten Schätzungen, belaufen sich die Kosten für Deutschland auf ca. 700 Mio Euro. Am Mittwoch den 25.05.2011 gab der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages bislang gesperrte Mittel in Hähe von 70 Mio. Euro frei.

Sobald LTE erst richtig durchgestartet ist und die Verfügbarkeit sich ausgeweitet hat, werde man erst mit den richtigen Problemem konfrontiert. Man sei gespannt, welche techniken wegen LTE weichen, oder zumindest sich verändern müssen, um eine regelkonforme Funkübertragung und Funkempfang zu gewährleisten.



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